Dass ich jetzt, obwohl ich seit Tagen über diesem Post brüte, keinen
Anfang finde, ist wohl mehr als bezeichnend und passt zur Überschrift.
So viele Gedanken und in Worte in meinem Kopf. Aber sie lassen sich
nicht einfangen und aufschreiben.
Die gefühlt alles überrennende Gewalt dieser Tage, der Tod von Leos und
auch die zwischenmenschlichen Zerwürfnisse in meiner nahen Umgebung zehren an
mir. Sie bremsen mich. Sie ziehen mich herunter. Nehmen mir nahezu alle Freude
und Kraft. Lassen mich nicht schlafen.
Ich habe es nie verstanden und werde es wohl auch nie verstehen, warum
Menschen nicht friedvoll leben können. Warum sie ihren Nächsten, Fremden,
Tieren, ihrer Umwelt insgesamt immer wieder mit Gewalt gegenüber treten. Warum
sich auf Kosten anderer (vermeintliche) Vorteile verschafft werden.
Was ist befriedigend daran, jemanden zu verletzen? Jemanden leiden zu
sehen? Jemanden in ein schlechtes Licht zu rücken?
Warum lassen sich Toleranz und Ehrlichkeit nicht leben?
Offen gesagt, bin ich wohl auch nicht tolerant. Nicht tolerant jenen
gegenüber, die respektlos anderem Gut und Leben gegenüber auftreten. Oder ist
das gar nicht intolerant?
Und warum scheint es so schwer geworden zu sein, „Danke“ zu sagen?
Immer wieder überrascht es mich, dass Menschen mit einem „Danke“ oder einem Lob
gar nicht umgehen können. Schon fast peinlich berührt sind, weil es offenbar
aus der Mode gekommen ist, Dinge und Taten wertzuschätzen und dieser
Wertschätzung auch Ausdruck zu verleihen.
Dazu kommt diese Erwartungshaltung, an jeder Ecke etwas umsonst zu
bekommen: hier etwas gratis zur Bestellung, dort Versandkosten geschenkt, das
11. Brot kostet nichts, Rabatte und Sonderpreise auf alles und jedes.
Dienstleistungen in Anspruch nehmen, aber Schnappatmung bekommen, was sie
kosten.
Ich bin einfach nur traurig in diesen Tagen. Die Welt wird noch eine
Weile stillstehen müssen, bevor ich weitergehen kann. Bevor mich die schönen
und freudigen Dinge des Lebens wieder berühren und aufmuntern können.
„Haltet die Welt an. Es fehlt ein Stück.
Haltet die Welt an, sie soll steh‘n.“
(Glashaus)
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