Dienstag, 13. Januar 2015

geliebter Leos - Abschied SEINER Menschen

Seit Dezember 2007 hatten wir das große Glück mit unserem Leos zusammenleben zu dürfen. Wir trafen ihn damals im Tierheim Altenburg, da seine Vorbesitzer ihn einschläfern wollten. 
Du, liebe Katharina, brachtest ihn in deiner Not im Tierheim unter. Und dort haben wir ihn das erste Mal getroffen.
 
Er hat uns mit seiner traurigen und introvertierten Art so berührt, dass wir uns nach einem Gespräch mit dir dazu entschlossen, ihn aufzunehmen.
Dafür bin ich über seinen Tod hinaus so dankbar, wie ich es nicht in Worte fassen kann.
 
Leos war eine Seele von Hund und er war im wahrsten Sinn mein Seelengefährte. 
 
 
Wir hatten Höhen und Tiefen miteinander, die auch seinen Krankheiten geschuldet waren. Er muss schon damals im Tierheim seinen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelsäulenbereich gehabt haben, dies wurde später zur Diagnose Cauda equina Kompressionssyndrom.
Er war fast von Anbeginn an kotinkontinent, in der letzten Zeit kam Harninkontinenz hinzu, so dass der kleine Mann ab und zu Windeln tragen musste.
Nie hatte er ein Problem damit, dass ich ihn einpacken musste. Er fraß widerlich schmeckende Tropfen oder Medikamente, ohne mit der Wimper zu zucken. Er vertraute mir, weil er meine Liebe spürte und wußte, ich würde ihm nie schaden. Ich behandelte ihn mit Hilfe einer Tierheilpraktikerin viel mit Homöopathie und pflanzlichen Mitteln. 
Er fraß aber auch sonst alles, ohne dass er ein sog. Müllschlucker war. Dazu gehörten Äpfel, ganze Möhren, Paprika, Gurke, gekochte Kartoffeln und Nudeln. 
 
Er akzeptierte den Kater meiner Eltern, so dass auch dies ein relativ entspanntes Verhältnis für alle Seiten darstellte.
 
Er war der souveränste Hund im Umgang mit anderen Hunden, den ich jemals kennengelernt habe obwohl er bei einem Besuch in unserer örtlichen Hundeschule als Killerhund bezeichnet wurde, da er gewagt hatte, sich den vielen anderen untereinander schon bekannten Hunden durch Maßregeln zu entziehen als diese fast komplett auf ihn zurasten. Nie wieder sind wir in diese Spielstunde gegangen.
In den ganzen 7 Jahren hat er niemals einen anderen Hund verletzt. Er kommunizierte und agierte so sauber, wie es nur ein Straßenhund kann, der sich auf der Straße mit seinen Artgenossen arrangieren muss. In unserer Gegend hatte er viele Hundefreunde, die von seinem verträglichen Wesen profitiert haben.
 
Er bellte nie, nur beim Rasenmäher meines Papa`s konnte er nicht widerstehen. Das war sein Feindbild schlechthin. 
Im Sommer war seine Lieblingsstelle im Garten der Platz neben dem Grill, wenn mein Papa Bratwürste auflegte. Natürlich ist er für das geduldige Warten immer belohnt worden. 
 
 
Dieser Hund hat jeden berührt, der ihn kennenlernte. Sein trauriger Blick wurde mit den Jahren immer weniger. Wir haben so viele Bilder von ihm, auf denen er ganz aufmerksam schaut oder schläft und dabei so selig aussieht, dass einem das Herz aufgeht. 
 
Mein zärtlicher schöner Hund mit 100 Kosenamen, fehlt uns unendlich. Sein Geruch, der so sauber war, fehlt. Seine Anwesenheit fehlt, ob in der Wohnung oder beim Spazierengehen. Er sah immer so adrett aus, dass ich stolz war. 
Wir haben unsere ganze Freizeit auf unseren Leos abgestimmt. Vor allem ich, seine Mama. Ich tat alles in meiner Macht stehende, um ihm seine Beschwerden zu lindern. Alles geschah aus tiefer Liebe zu einem wundervollen Tier.
 
Bis zum 31.12.14 hat er durchgehalten. Am 01.01.15 konnte er hinten links nicht mehr laufen. Trotz Schmerzspritze und weiterer Medikamentengabe, wurde es nicht besser. Er baute sofort weiter ab an seinen sowieso schon atrophierten Hinterschenkeln. Nur mit einer "Tragehose" konnten wir noch pullern gehen. Ohne kippte er um und kam alleine nicht mehr hoch. Das hat mir das Herz gebrochen, ihn so zu sehen.
Am 03.01. rief ich unsere Tierärztin an und ging den schwersten aller Wege mit ihm, bis er zu Ende war. Eine Nacht lang habe ich von meinem toten "Liebi" Abschied genommen, mit ihm in einem Zimmer geschlafen.
Nun liegt er friedlich im Garten, auf seiner Stelle, wo er sich im Sommer immer ins Vergißmeinnicht gelegt hat. 
 
 
Danke, Katharina für diesen Hund und danke mein kleiner Weggefährte, dass wir deine Besitzer sein durften.
In Liebe und Dankbarkeit, deine" Mama" und dein "Papa".

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