Samstag, 24. Oktober 2015

Schon fast nicht mehr wahr...

... das Lieblingskind hat im September seinen 5. Geburtstag gefeiert.

Und wie in jedem Jahr, gab es dazu einen Geburtstagspullover.



Das war im Übrigen auch der einzige Wunsch ihrerseits, was sie geschenkt bekommen möchte.

Einerseits freuen wir uns natürlich, dass sie so bescheiden ist und nicht durch die Welt geht und an jeder Ecke etwas möchte und einfordert. Aber gerade an Geburtstagen, Weihnachten, ... wäre es dann doch hilfreich, wenn wir ihr gezielt Wünsche erfüllen könnten.


Genäht habe ich das Shirt nach dem Schnittmuster "More Grey" aus der Ottobre 4/11. Ich habe es verlängert - sowohl in der Körper- als auch in der Armlänge. Da ich nur einen halben Meter vom himmelblauen Pünktchenstoff hatte, musste ich einigermaßen improvisieren...



Das Thema "Schwimmen und Wasser" stand schon lange fest. Das Kind hat nämlich im Sommer das Element Wasser für sich entdeckt und besucht seit Anfang September mit viel Spaß und Begeisterung einen Schwimmkurs.

Nur leider stand ich ganz schön auf der Leitung, wie ich das Thema umsetzen sollte. Glücklicherweise bekam ich ganz viel Ideen-Input aus meinem Stamm-Nähforum und entschied mich für eine Unterwasserwelt.

Die allerbeste Mama war ich natürlich, als das Kind die Glitzersteinchen-Blubberblasen entdeckte!



Glitzersteinchen verzieren auch die reizende Nixe, für die ich die Meerjungfrau von Revoluzzza als Vorlage nutzte.



Die Rückseite des Shirts war leider absolut unfotografierbar (Ihr seht ja, wie miserabel die Fotos ohnehin schon sind). Bitte stellt Euch im Seegras ein paar Schildkröten vor ;o)

Wenn mich irgendwann Irrsinn und Ehrgeiz überfallen, würde ich gern noch eine Krabbelkrabbe und Muscheln applizieren. Dazu war aber im Geburtstags-Endspurt absolut keine Zeit mehr...


Der Vollständigkeit halber noch: die Hose ist Charles L. aus der Ottobre 4/2014. Mit der Katzen-Applikation aus derselben Ausgabe.

Damit sind wir heute mal wieder dabei bei den Meitlisachen.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Verspäteter MMM im Wickelkleid

Oder: Ich habe ein neues Nachthemd.

Eigentlich wollte ich gar nix zum MeMadeMittwoch nähen. Und eigentlich wollte ich mir niemals nicht ein Wickelkleid nähen.

Aber wie so oft im Leben, kam es ganz anders....



Angefangen hat es damit, dass ich den Post von Frau Crafteln dazu las. Und den von Frau Frauenoberbekleidung. Und letztendlich auch in den MMM geklickt habe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Meike brachte all meine Bedenken hinsichtlich eines Wickelkleides aber auch alle Anpassungsmöglichkeiten auf den Punkt und so entschied ich, es doch zu wagen.



Aus einem bewährten Shirt-Schnitt habe ich das Fake-Wickeloberteil gebastelt. Ein echtes Wickelkleid wäre mir für den Alltag dann doch zu unpraktisch. Dazu ein Taillenband und einen leicht ausgestellten Rock.

Nun ja.... OFFENHERZIG trifft den Anblick des Kleides perfekt. Für die Fotos habe ich mir mit einer Sicherheitsnadel beholfen.



Sobald ich entschieden habe, ob das Kleid nur im Dunkeln "ausgeführt" wird (nämlich auf der Couch und im Bett) oder ob ich es tatsächlich im Alltag tragen mag, werde ich das Taillenband noch 2-3 cm höher setzen.

Ach ja - mit dem Rock bin ich zufrieden *g*.



So richtig schlimm finde ich das Ganze an mir letztendlich gar nicht. Allerdings muss ich den Ausschnitt dringend nochmal überarbeiten: zum einen darf er nicht so tief sein und zum anderen sollen die unteren Bögen unter den Brüsten verlaufen.

Dann bin ich jetzt wohl auch ein Lemming...

Mittwoch, 13. Mai 2015

Mit fremden Federn schmücken...

In meinem Post von gestern habe ich Dekoration angekündigt, oder?

Das hol ich jetzt mal nach!

Und ganz frech werde ich meinen Blog mit - nicht mehr so ganz - fremden, gut gekleideten Frauen schmücken.


Am vergangenen Wochenende war zum 1. Bloggerinnentreffen nach Leipzig geladen worden.


Dem Aufruf von Sylvia und Vera (deren Blog leider momentan nicht verlinkbar ist) folgten Frauen aus ganz Deutschland.
Ich bin noch immer sehr beeindruckt, welche Wege ein großer Teil der liebenswerten Damen auf sich genommen hat!

Auch, welche Atmosphäre geherrscht hat: es wurde geplaudert, gelacht und ohne jedes Konkurrenzgehabe die Kleidung beäugt.

Ein leckeres Büffet gab es ebenfalls, was später am Abend noch mit ganz vielen selbstgebackenen Kuchen gekrönt wurde.

Schade, dass meine Familie nach mir rief - zu gern hätte ich mehr Zeit mit Euch in diesem wundervollen Erfahrungsaustausch verbacht.

Vielen, vielen Dank an dieser Stelle den Initiatorinnen und Organisatorinnen! Es war ein rundum gelungener Abend.

Dienstag, 12. Mai 2015

Durchlüften, abstauben, ein bisschen neue Deko

Ich weiß, für den traditionellen Frühjahrsputz bin ich ein ganz klein wenig spät dran. Aber besser spät als nie, oder???

Ist ganz schön staubig hier mittlerweile... Der letzte Post ist schon 2 Monate alt.

Ich hoffe, dass ich künftig wieder mehr dazu komme, Euch etwas zu zeigen und zu schreiben.

Genäht hab ich schon in den vergangenen Tagen und Wochen. Da sich der Frühling und der Sommer gerade abwechseln, brauchte das Lieblingskind dringend etwas Nachschub im Kleiderschrank. Und 2 unreparierbar kaputte Hosen müssen auch ersetzt werden.

Mal schauen, mit welch dekorativen Posts ich hier demnächst ein wenig Farbe und Leben reinbringen kann...

Mittwoch, 11. März 2015

Tutorial: Schnittabwandlung für einen Wickelbody

Im Sommer erwarten wir Familiennachwuchs. Ich werde Tante!!!!!

Seit Verkündung der frohen Botschaft bin ich fleißig am Werkeln, damit der neue Erdenbürger ja nicht frieren muss ;o)

Ehrensache, dass auch Bodys zur Ausstattung gehören müssen. Nachdem ich einige Exemplare nach dem genialen Schnitt von Schnabelinas Regenbogenbody genäht hatte, ging mir durch den Kopf, dass ich damals Wickelbodys sehr praktisch fand. Viel praktischer als Über-den-Kopf-zieh-Bodys.

Da ich eher Purist bin, was das Kaufen von Schnittmustern angeht, hab ich mir einfach den Regenbogenbody hergenommen und entsprechend abgeändert.


Und so geht's:

Auf den Schnittteilen von Vorder- und Rückteilen ist die Schulter markiert.


An dieser Stelle habe ich den überstehenden Zipfel einfach nur nach hinten geklappt. Etwas schräg, um der Schulter Platz zu lassen.


Das Vorderteil habe ich 1 Mal komplett auf ein neues Blatt Papier aufgezeichnet...


... und dann von der inneren Schulternaht bis ca. 2 cm unterhalb des unteren Ärmelansatzes einen leichten Bogen gezogen.

So kneift dann auch nix unter dem Arm, wenn der Body zugeknöpft ist.


Auf Höhe des unteren Endes der Seitennähte eine Falzlinie kennzeichnen und falzen. So habt Ihr langes und kurzes Vorderteil papiersparend auf einem Schnittteil.


Eher unbeabsichtigt habe ich einseitig bedrucktes Papier verwendet. Es zeigt sich nun aber, dass das ein guter Anhaltspunkt beim Zuschneiden ist, um nicht 2 Mal eine linke bzw. rechte Seite zu haben.


Zugeschnitten wird dann wie gewohnt.

Als erstes werden die Schulternähte geschlossen.


Danach wird 1 Ärmel eingesetzt und die Ärmel- und Seitennaht in einem Zug geschlossen. Falls Ihr damit das lange Vorderteil an das Rückenteil näht, solltet Ihr kurz unter dem Ärmel und ca. 3 cm vor dem unteren Ende der Naht je 1 kleines Stoffstück mitfassen. Näheres erkläre ich weiter unten.


Nun könnt Ihr in einem Rutsch den Rand des Bodys per Streifenversäuberung einfassen. 2. Ärmel einsetzen, 2. Seitennaht schließen (falls erst jetzt das lange Vorderteil ans Rückenteil kommt, müssen hier die kleinen Stoffstücke mitgefasst werden), Ärmelbündchen oder Saum dran, Druckknöpfe setzen - FERTIG!


Nun noch eine kleine Erläuterung zu den Stoffstücken in der Seitennaht von langem Vorderteil und Rückenteil:

hier wird später das kurze Vorderteil zugeknöpft. Damit man leichter knöpfen kann und die Drücker von außen unsichtbar bleiben, hab ich doppelt gelegte Stoffstückchen mitgefasst.


So, ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt ;O)
Wenn nicht, lasst es mich bitte wissen!


Und noch der Ordnung halber: 
Das Tutorial wurde mit freundlicher Genehmigung von Schnabelina erstellt.
Der putzige Stoff ist ein herrlich kuschliger Jersey von Lillestoff.
Für die Streifenversäuberung habe ich Saumband von Myllymuksut verwendet.

Donnerstag, 5. März 2015

Kindermund - Schuhe kaufen

Mama: "Und, passen die Schuhe?"
Lieblingskind: "Ja, die sind doch lila!"

Montag, 2. März 2015

An apple a day

Na? Heute schon einen Apfel gehabt? Gegen böse Viren und Bakterien?

Das Lieblingskind ist neuerdings optimal versorgt: ihr neues Kleidchen (Magpie, Ottobre 4/2014) hält für jeden Tag mehrere Dutzend Äpfel bereit ;o)



Nachdem schon das 1. Kleid nach diesem Schnitt nur sehr stockend in die Gänge kam, lag auch die Apfel-Version recht lang. Halbherzig hatte ich die Schnittkanten versäubert, weil die Ovi eigentlich zur Wartung sollte. Nun, die Betonung liegt auf "eigentlich". Die Maschine steht nämlich noch immer hier...



Aber zurück zum Kleid: der Feincord gefällt mir optisch recht gut. Doch er klebt und macht auch keinen sehr haltbaren / belastbaren Eindruck. Ich hoffe, dass er als Kleidchen eine akzeptable Lebensdauer haben wird.



Der große Apfel erscheint mir letztendlich etwas überdimensioniert. Aber als kleiner Mensch braucht man ja auch jede Menge Stauraum für die Schätze des Alltags. 

Ich sag nur: "EDELSTEINE!!"

Die scheinbar angebissenen Apfelbäckchen sind nämlich die Eingriffe für die große Bauchtasche, die sich hinter dem großen Apfel versteckt.



Und weil das Kind das neue Kleid so sehr mag, hat sie darauf heute ganz besonders gut aufgepasst. Es ist ganz sauber geblieben und darf deshalb auch morgen nochmal angezogen werden.



Isse nicht süüüüüß???????



Hier noch ein paar Detailfotos:

Die Knöpfe hab ich vor langer Zeit mal bei Stoff und Stil gekauft.
Die Knopflöcher haben mich gestern wieder extrem in Duldsamkeit geübt. Keine Ahnung, warum das immer wieder nicht klappt?!?!? Der Nähfuß scheint extrem empfindlich zu sein, wenn der Untergrund nicht ganz gerade ist. Soll heißen, wenn er auf dickeren Nähten liegt.

Die zwischengefasste Zackenlitze hatte eine liebe Forumsbekanntschaft abzugeben. Nun hat sie hier und ...



... am Saum ihren Platz gefunden.
Auf Wunsch einer einzelnen kleinen Dame kam dann auch noch ein Zierstich zum Einsatz: Kronen sollten es sein.
Aber gern doch, mein Schatz!




Und ab damit zu den Meitlisachen.

Dienstag, 3. Februar 2015

A, B, C, die Katze lief im Schnee

Ja, unser Thema heißt zur Zeit "Katze".



Und ich bin sehr froh darüber! Denn so gab es keine kurzfristigen Überraschungen bei den Faschingsvorbereitungen ;o)

Vor ein paar Wochen stolperte ich über Faschingsideen mit Tüllröckchen. Ein guter Teil davon schied aus, weil er mir zu aufreizend / erwachsen / unpraktisch ist. Aber das Kätzchen... das fand ich toll. Und das Lieblingskind auch.



Von oben nach unten:

Ohren - sind gekauft. Und weil man die weiße Katze ja sonst im Schnee nicht sehen kann, sind sie schwarz *ggg*.
Langarmshirt - Autumn Forest aus der Ottobre 4/14, aufgehübscht mit einem Strassbügelbild (großes Auktionshaus)
Tütü - 54 m Tüllband in 3 verschiedenen Farben (ebenfalls großes Auktionshaus)



Schwanz - Teddyplüsch
Strumpfhose - gekauft ;o)
Arm- und Beinstulpen - wunderbar dehnbarer und kuschliger Teddyplüsch. Einfach eng zugeschnitten - so halten sie auch ohne zusätzliche Gummieinzüge.

Für den morgigen Kindergartenfasching werden dann noch stilecht ein Näschen und Schnurrhaare aufgemalt.

Nun mag sie ihr Kostüm gar nicht mehr ausziehen... Hoffentlich sammelt sie nicht gar zu viele Fusselchen und Haare damit auf. Obwohl... mit ein paar hundert echten Katzenhaaren sieht das Kostüm sicher noch authentischer aus *g*.

Ein Outtake ganz zum Schluss:



Verlinkt: Creadienstag und Meitlisachen

Dienstag, 27. Januar 2015

Das nenn ich mal Blitzdiät!

Ich hab es schon mal vor längerer Zeit erwähnt: ich möchte mir die Gertie-Hose (Butterick 5895) nähen.
Damit ich bei Frau Crafteln wenigstens am Finale Ihres Hosen-Sew-Alongs teilnehmen kann.

Um es kurz zu machen: Hose ist bis auf Bund und Beinsäume fertig.

ABER: sie ist viiiiiiiieeeeeeeel zu weit. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich so viel abgenommen habe ;o) Es sind an Taille und Hüfte zwischen 8 und 10 cm zu viel.

OK, besser als zu klein. Aber ein wenig doof find ich es schon.

Wer, bitteschön, hat denn da die Maßangaben verschludert.......

Und deswegen sitz ich jetzt auf meiner Couch. Links ne Katze, rechts ne Katze und schau ganz gepflegt "Mord mit Aussicht". Mein ewiger Quell der Inspiration und Motivation. Allerdings werde ich wohl niemals nicht in solchen Schuhen wie Frau Kommissarin Haas laufen können *ggg*.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Miiiiieeeetzekatze

- Wo immer sich eine Katze niederlässt, wird sich das Glück einfinden. - 
Stanley Spencer

Mein liebstes Lieblingskind, 

weil ich Dir GENAU DAS wünsche, hast Du eine Mietzekatze auf Deinem neuen Kleidchen!


Es war ja ein wenig eine schwere Geburt. Mit mir und dem Kleid. Kleid Magpie aus der Ottobre 4/2014. Gefallen hat es mir sofort.

ABER: welcher Stoff??? Was für eine Applikation? Oder doch lieber ganz viele Webbänder?


Letztendlich fiel die Wahl auf den kuschelweichen Chambray, aus dem schon ein Rock  für mich wurde. Und aus einem Rest Vichystreifen-Westfalenstoff entstand die Applikation (ebenfalls Ottobre 4/2014).


Der Katzenkörper ist mit einem engen Zick-Zack-Stich appliziert. Die Pupillen sind aufgemalt und das Näschen und die Schnurrbarthaare per Hand aufgestickt. Miau!


Als Kontrast und um dem Chambray ein wenig "Glanz" zu verleihen, habe ich an den unteren Passennähten und am Saum hellrosa Zackenlitze ein- bzw. angenäht.


Das Kind freut sich über's neue Kleidchen und ohne das eigentlich vorgesehene Futter ist es genau richtig im Kindergarten. Auch die Länge geht erstaunlich gut.

Fazit: eine schwere Geburt, die sich gelohnt hat ;o)

Mit ein bisschen rosa schleichen wir damit auf Samtpfötchen zu den Meitlisachen.

Mittwoch, 21. Januar 2015

MMM am 21. Januar 2015

Mein neuer Rock ist schon nicht mehr so ganz neu. Er ist seit 2 Wochen fertig und durfte auch bereits 2 Mal mit ins Büro ;o)

Mit dem Rock habe ich mir einen Traum erfüllt.
Er ist blau-rot, leicht ausgestellt, hat Taschen, wärmt, ist weich und überhaupt! 



Als Grundlage für den Schnitt diente mir mein Oktober-Inspirationsrock. Dieses Mal habe ich die Taschenumschläge weggelassen und den Bund doppelt so breit zugeschnitten.

Ursprünglich wollte ich mit roter Paspel arbeiten. Aber dann lachte mich das rote Satinschrägband so verführerisch an, dass ich kurzentschlossen umgeplant habe.



Ja, mein neuer Rock gefällt mir! Und deshalb habe ich ihn heute gleich wieder angezogen. Jawoll!

Und mit diesem kleinen abschließenden Outtake trau ich mich dann auch wieder zum Me-Made-Mittwoch.


Donnerstag, 15. Januar 2015

Stillstehen und Weitergehen



Dass ich jetzt, obwohl ich seit Tagen über diesem Post brüte, keinen Anfang finde, ist wohl mehr als bezeichnend und passt zur Überschrift.

So viele Gedanken und in Worte in meinem Kopf. Aber sie lassen sich nicht einfangen und aufschreiben.

Die gefühlt alles überrennende Gewalt dieser Tage, der Tod von Leos und auch die zwischenmenschlichen Zerwürfnisse in meiner nahen Umgebung zehren an mir. Sie bremsen mich. Sie ziehen mich herunter. Nehmen mir nahezu alle Freude und Kraft. Lassen mich nicht schlafen.

Ich habe es nie verstanden und werde es wohl auch nie verstehen, warum Menschen nicht friedvoll leben können. Warum sie ihren Nächsten, Fremden, Tieren, ihrer Umwelt insgesamt immer wieder mit Gewalt gegenüber treten. Warum sich auf Kosten anderer (vermeintliche) Vorteile verschafft werden.

Was ist befriedigend daran, jemanden zu verletzen? Jemanden leiden zu sehen? Jemanden in ein schlechtes Licht zu rücken?

Warum lassen sich Toleranz und Ehrlichkeit nicht leben?

Offen gesagt, bin ich wohl auch nicht tolerant. Nicht tolerant jenen gegenüber, die respektlos anderem Gut und Leben gegenüber auftreten. Oder ist das gar nicht intolerant?

Und warum scheint es so schwer geworden zu sein, „Danke“ zu sagen? Immer wieder überrascht es mich, dass Menschen mit einem „Danke“ oder einem Lob gar nicht umgehen können. Schon fast peinlich berührt sind, weil es offenbar aus der Mode gekommen ist, Dinge und Taten wertzuschätzen und dieser Wertschätzung auch Ausdruck zu verleihen.

Dazu kommt diese Erwartungshaltung, an jeder Ecke etwas umsonst zu bekommen: hier etwas gratis zur Bestellung, dort Versandkosten geschenkt, das 11. Brot kostet nichts, Rabatte und Sonderpreise auf alles und jedes. Dienstleistungen in Anspruch nehmen, aber Schnappatmung bekommen, was sie kosten.


Ich bin einfach nur traurig in diesen Tagen. Die Welt wird noch eine Weile stillstehen müssen, bevor ich weitergehen kann. Bevor mich die schönen und freudigen Dinge des Lebens wieder berühren und aufmuntern können.

„Haltet die Welt an. Es fehlt ein Stück.
Haltet die Welt an, sie soll steh‘n.“
(Glashaus)

Dienstag, 13. Januar 2015

geliebter Leos - Abschied SEINER Menschen

Seit Dezember 2007 hatten wir das große Glück mit unserem Leos zusammenleben zu dürfen. Wir trafen ihn damals im Tierheim Altenburg, da seine Vorbesitzer ihn einschläfern wollten. 
Du, liebe Katharina, brachtest ihn in deiner Not im Tierheim unter. Und dort haben wir ihn das erste Mal getroffen.
 
Er hat uns mit seiner traurigen und introvertierten Art so berührt, dass wir uns nach einem Gespräch mit dir dazu entschlossen, ihn aufzunehmen.
Dafür bin ich über seinen Tod hinaus so dankbar, wie ich es nicht in Worte fassen kann.
 
Leos war eine Seele von Hund und er war im wahrsten Sinn mein Seelengefährte. 
 
 
Wir hatten Höhen und Tiefen miteinander, die auch seinen Krankheiten geschuldet waren. Er muss schon damals im Tierheim seinen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelsäulenbereich gehabt haben, dies wurde später zur Diagnose Cauda equina Kompressionssyndrom.
Er war fast von Anbeginn an kotinkontinent, in der letzten Zeit kam Harninkontinenz hinzu, so dass der kleine Mann ab und zu Windeln tragen musste.
Nie hatte er ein Problem damit, dass ich ihn einpacken musste. Er fraß widerlich schmeckende Tropfen oder Medikamente, ohne mit der Wimper zu zucken. Er vertraute mir, weil er meine Liebe spürte und wußte, ich würde ihm nie schaden. Ich behandelte ihn mit Hilfe einer Tierheilpraktikerin viel mit Homöopathie und pflanzlichen Mitteln. 
Er fraß aber auch sonst alles, ohne dass er ein sog. Müllschlucker war. Dazu gehörten Äpfel, ganze Möhren, Paprika, Gurke, gekochte Kartoffeln und Nudeln. 
 
Er akzeptierte den Kater meiner Eltern, so dass auch dies ein relativ entspanntes Verhältnis für alle Seiten darstellte.
 
Er war der souveränste Hund im Umgang mit anderen Hunden, den ich jemals kennengelernt habe obwohl er bei einem Besuch in unserer örtlichen Hundeschule als Killerhund bezeichnet wurde, da er gewagt hatte, sich den vielen anderen untereinander schon bekannten Hunden durch Maßregeln zu entziehen als diese fast komplett auf ihn zurasten. Nie wieder sind wir in diese Spielstunde gegangen.
In den ganzen 7 Jahren hat er niemals einen anderen Hund verletzt. Er kommunizierte und agierte so sauber, wie es nur ein Straßenhund kann, der sich auf der Straße mit seinen Artgenossen arrangieren muss. In unserer Gegend hatte er viele Hundefreunde, die von seinem verträglichen Wesen profitiert haben.
 
Er bellte nie, nur beim Rasenmäher meines Papa`s konnte er nicht widerstehen. Das war sein Feindbild schlechthin. 
Im Sommer war seine Lieblingsstelle im Garten der Platz neben dem Grill, wenn mein Papa Bratwürste auflegte. Natürlich ist er für das geduldige Warten immer belohnt worden. 
 
 
Dieser Hund hat jeden berührt, der ihn kennenlernte. Sein trauriger Blick wurde mit den Jahren immer weniger. Wir haben so viele Bilder von ihm, auf denen er ganz aufmerksam schaut oder schläft und dabei so selig aussieht, dass einem das Herz aufgeht. 
 
Mein zärtlicher schöner Hund mit 100 Kosenamen, fehlt uns unendlich. Sein Geruch, der so sauber war, fehlt. Seine Anwesenheit fehlt, ob in der Wohnung oder beim Spazierengehen. Er sah immer so adrett aus, dass ich stolz war. 
Wir haben unsere ganze Freizeit auf unseren Leos abgestimmt. Vor allem ich, seine Mama. Ich tat alles in meiner Macht stehende, um ihm seine Beschwerden zu lindern. Alles geschah aus tiefer Liebe zu einem wundervollen Tier.
 
Bis zum 31.12.14 hat er durchgehalten. Am 01.01.15 konnte er hinten links nicht mehr laufen. Trotz Schmerzspritze und weiterer Medikamentengabe, wurde es nicht besser. Er baute sofort weiter ab an seinen sowieso schon atrophierten Hinterschenkeln. Nur mit einer "Tragehose" konnten wir noch pullern gehen. Ohne kippte er um und kam alleine nicht mehr hoch. Das hat mir das Herz gebrochen, ihn so zu sehen.
Am 03.01. rief ich unsere Tierärztin an und ging den schwersten aller Wege mit ihm, bis er zu Ende war. Eine Nacht lang habe ich von meinem toten "Liebi" Abschied genommen, mit ihm in einem Zimmer geschlafen.
Nun liegt er friedlich im Garten, auf seiner Stelle, wo er sich im Sommer immer ins Vergißmeinnicht gelegt hat. 
 
 
Danke, Katharina für diesen Hund und danke mein kleiner Weggefährte, dass wir deine Besitzer sein durften.
In Liebe und Dankbarkeit, deine" Mama" und dein "Papa".

Donnerstag, 8. Januar 2015

Leb wohl, Leos!

Mein lieber Leos,
 
vor siebeneinhalb Jahren lernten wir uns endlich kennen.
 
Vom 1. Tag an, als ich Dein Bild auf den Seiten des Tierschutzvereins, für den ich ehrenamtlich tätig war, sah, wusste ich, dass ich ein Zuhause für Dich finden muss und auch finden werde.
 
 
Eines Tages hatte ich endlich eine Mail mit einer Anfrage für Dich. Leider täuschte ich mich komplett in diesen Menschen und in einer Hals-über-Kopf-Aktion musste ich Dich dort wieder abholen.
 
Dein nächster Weg führte in ein Tierheim, wo ich Dich als Pensionshund unterbringen konnte. Jeden Tag fuhr ich 2 Stunden, um Dich zu besuchen, mit Dir Gassi zu gehen, mit Dir zu spielen und zu schmusen.
 
Auch, wenn jeder Tag hinter Gittern einer zu viel war - hier hast Du endlich Dein Glück gefunden. Ein sehr liebes Pärchen, was schon lange ehrenamtlich im Tierheim aushalf, stellte sein Leben für Dich auf den Kopf, um Dich adoptieren zu können. Sie holten Dich ins Leben zurück. Lockten Dich heraus aus dem Schutzpanzer, den Du Dir vor allem im Tierheim in Griechenland zugelegt hattest. Ließen Dich Ihre Liebe und Geborgenheit spüren.
 
Dein Glück wärte bis zum 3. Januar dieses Jahres. An diesem Tag ließen Dich Deine Menschen über die Regenbogenbrücke gehen. Zu sehr beeinträchtigten Dich mittlerweile Deine gesundheitlichen Probleme.
 
Lieber Leos, ich werde Dich nie vergessen. Für immer werde ich Dich so, wie an jenem schönen Frühsommertag am See, in Erinnerung behalten.
 
 
 
 
 
 
Mach's gut, süßer Knuddelbär.